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Gemeinsam für den Bioabfall

Lübeck und Region besiegeln neue Kooperation

Hansestadt Lübeck, Zweckverband Ostholstein und Zweckverband Bioabfallverwertung Südholstein bündeln Kräfte für eine langfristige und hochwertige Bioabfallverwertung.

Gemeinsam für eine starke regionale Kreislaufwirtschaft: Die Hansestadt Lübeck, der Zweckverband Ostholstein (ZVO) und der Zweckverband Bioabfallverwertung Südholstein (ZVBS) haben heute im Audienzsaal des Lübecker Rathauses eine langfristige Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Bioabfallverwertung unterzeichnet. Ziel der interkommunalen Zusammenarbeit ist es, die vorhandene Infrastruktur effizient zu nutzen, die Entsorgungssicherheit für die beteiligten kommunalen Partner zu stärken und die hochwertige Verwertung von Bioabfällen langfristig abzusichern.

Die Vereinbarung unterzeichneten Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Mathias Mucha, Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck, Frank Spreckels, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Ostholstein, und Dr. Christoph Mager, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Bioabfallverwertung Südholstein.

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) sind Betreiber der Mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) und des Biomassewerks Niemark. Im Rahmen der Kooperation werden die Partner die gemeinsame Nutzung und den Betrieb der Anlagen gestalten.

„Mit dieser Kooperation zeigen wir, wie interkommunale Zusammenarbeit im Hansebelt ganz konkret funktionieren kann. Wir bündeln Mengen, nutzen vorhandene Infrastruktur gemeinsam und schaffen damit langfristige Sicherheit für die Bioabfallverwertung. Gleichzeitig stärken wir die regionale Kreislaufwirtschaft und leisten einen Beitrag zu Klimaschutz und Gebührenstabilität“, sagt Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck.

Rund 58.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr

Die Kooperation ist langfristig angelegt. Für die gemeinsame Nutzung der Lübecker MBA und des Biomassewerks ist eine Planmenge von rund 58.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr vorgesehen. Damit soll die Auslastung der Anlagen dauerhaft abgesichert und die Planbarkeit für alle beteiligten Partner verbessert werden.

Die EBL verarbeiten bereits heute Bioabfälle aus Lübeck und der Region. Im Jahr 2024 wurden in der MBA und im Biomassewerk insgesamt 50.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet, davon rund 15.000 Tonnen aus Lübeck. Die Verarbeitung von Bioabfällen aus dem Umland trägt wesentlich zur Auslastung der Anlagen bei. Die verbesserte Anlagenauslastung wirkt sich positiv auf die Gebührenstabilität der Kooperationspartner aus.

„Für Ostholstein ist die Kooperation ein wichtiger Schritt für eine verlässliche und nachhaltige Bioabfallverwertung. Wir bringen unsere Bioabfälle dorthin, wo sie hochwertig zu Energie und Kompost verwertet werden können. Gleichzeitig profitieren wir von einer langfristig gesicherten Zusammenarbeit“, erklärt Frank Spreckels, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Ostholstein.

Auch für den neu gegründeten Zweckverband Bioabfallverwertung Südholstein bietet die Kooperation langfristige Planungssicherheit.

„Die Kooperation verbindet die Interessen mehrerer kommunaler Partner und schafft eine gemeinsame Perspektive für die Bioabfallverwertung. Wir können vorhandene Anlagenkapazitäten nutzen, Mengen bündeln und dadurch die Entsorgung langfristig sicher und wirtschaftlich organisieren. Das ist ein Gewinn für alle Beteiligten“, so Dr. Christoph Mager, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Bioabfallverwertung Südholstein (ZVBS).

Zweckverband für die Kooperation gegründet

Der Zweckverband Bioabfallverwertung Südholstein (ZVBS) wurde von den Landkreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg eigens für die Kooperation gegründet. Hintergrund ist die rechtliche Ausgestaltung der interkommunalen Zusammenarbeit. Die Abfallwirtschaft Südholstein GmbH (AWSH) bleibt dabei operativ für die Erfassung und Verwertung der Bioabfälle zuständig.

Der Zweckverband Ostholstein ist bereits heute ein langjähriger Partner der EBL bei der Bioabfallverwertung. Die neue Vereinbarung hebt diese Zusammenarbeit auf eine langfristige interkommunale Grundlage.

Aus Bioabfall werden Biogas und Kompost

Die Zusammenarbeit sichert nicht nur Mengen, sondern stärkt auch die hochwertige Verwertung der Bioabfälle. Die Behandlung in der Lübecker MBA erfolgt über eine Nassvergärung. Dabei entsteht Biogas, das energetisch genutzt werden kann. Gleichzeitig wird Kompost gewonnen und damit der Biokreislauf geschlossen.

Eine Besonderheit der Lübecker Verwertung: Der aus der haushaltsnahen Bioabfallsammlung gewonnene Kompost kann für die Herstellung von Gartenerden eingesetzt werden und damit Torf als Bestandteil ersetzen.

„Wir sichern mit der Kooperation nicht einfach nur Mengen für unsere Anlagen. Wir sichern damit auch die Grundlage für eine hochwertige Verwertung der Bioabfälle. Aus dem Bioabfall entstehen bei uns Energie und Kompost – also wertvolle Produkte für die Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig hilft uns die langfristige Auslastung, unsere Anlagen wirtschaftlich und zuverlässig zu betreiben“, sagt Mathias Mucha, Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck.

Gemeinsam statt nebeneinander

Die räumliche Nähe der beteiligten Partner bietet weitere Vorteile. Bioabfälle aus dem Umland können teilweise direkt mit den Abfallsammelfahrzeugen zur Lübecker Anlage gebracht werden. Dadurch können Transporte zu Umschlagstationen entfallen. Soweit im Rahmen der Kooperation zusätzliche Sammeltransporte erforderlich werden, sollen diese mit Elektro-Lkw erfolgen.

Darüber hinaus sind gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung der Bioabfallqualität und der Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Ein gemeinsamer Ausfallverbund soll bei Störungen von Anlagen oder Problemen bei der Abfallsammlung zusätzliche Sicherheit schaffen. Auch die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeugpools kann dazu beitragen, Ressourcen effizienter einzusetzen und Kosten zu reduzieren.

Die Kooperation ist damit ein weiterer Schritt hin zu einer regional vernetzten Kreislaufwirtschaft. Lübeck, Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg bündeln ihre Möglichkeiten, sichern gemeinsam die Verwertung ihrer Bioabfälle und nutzen vorhandene Infrastruktur effizient.

Die Beteiligten sind überzeugt: Die interkommunale Kooperation verbindet ökologische und wirtschaftliche Vorteile und ist damit ein echtes Win-Win-Projekt für die Hansebeltregion von Fehmarn bis nach Lauenburg.

Vertragsunterzeichnung Biobafallkooperation: Von li nach re: Mathias Mucha, Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL); Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck; Dr. Christoph Mager, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Bioballverwertung Südholstein (ZVBS); Frank Spreckels, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO) © HL