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Unsere Leistungen > Stadtentwässerung > Abwasserbehandlungsanlagen > Zentralklärwerk
Das Zentralklärwerk
1967 - 2006
Allgemeines
Das im Stadtteil St. Lorenz Nord an der Warthestraße und gegenüber der Teerhofinsel gelegene Zentralklärwerk konnte 1967 nach rund 6 Jahren Bauzeit mit der 1. Ausbaustufe in Betrieb genommen werden. Angeschlossen war zunächst der Stadtteil St. Lorenz Nord, dessen Abwässer nun mechanisch und biologisch behandelt wurden. 1976 folgte der Anschluss der Stadtteile St. Gertrud, St. Jürgen und der Innenstadt. Damit flossen dem ZKW die Abwässer von rund 150.000 Einwohnern zuzüglich etwa 150.000 Einwohnerwerten aus Industrie und Gewerbe zu. Die auch in den Folgejahren wachsende Belastung (Anschluss der Gemeinden Bad Schwartau, Stockelsdorf und Groß Grönau) führte bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Reinigungsleistung zu weiteren Ausbaumaßnahmen auf der Kläranlage, wie etwa der Erweiterung der biologischen Stufe um eine Sauerstoffbelebung mit dazugehörigen Nachklärbecken 1982 oder der Neugestaltung der aus Rechen und Sandfang bestehenden Einlaufgruppe 1990. Während das ZKW von Anfang an über eine Faulungsanlage für den gesamten in allen Lübecker Klärwerken anfallenden Klärschlamm verfügte und ab 1970 eine Anlage zur Eigenstromerzeugung aus Klärgas in Betrieb ist, sind der zusätzliche Bau größerer Faulbehälter 1979 sowie die Inbetriebnahme der maschinellen Schlammentwässerung mittels Kammerfilterpressen im Jahre 1989 zu erwähnen. Der entwässerte Schlamm wird als Rohstoffdünger vollständig in der Landwirtschaft verwertet.
Heutiger Stand der Abwasserreinigung
Nachdem 1997 mit dem Endausbau des ZKW nach den Vorgaben des geltenden Bundes- und EG-Rechts sowie des Dringlichkeitsprogrammes der Landesregierung zum Ausbau der 38 größten Kläranlagen in Schleswig-Holstein begonnen wurde, konnten am 01.01.2000 die 5 neuen Nachklärbecken mit dem zugehörigen Schlammpumpwerk und am 01.01.2003 die beiden neuen Belebungsstufen in Betrieb gehen. Das ZKW verfügt derzeit über:
| Anlagenteil |
Anz. |
Ausführung/Größe |
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Grobrechen |
2 |
Spaltbreite 40 mm |
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Feinrechen |
2 |
Spaltbreite 20 mm |
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Sandfang |
2 |
belüftet, je 460 m³ |
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Vorklärung |
2 |
je 4.080 m³ |
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Belebungsbecken 1. Stufe |
8 |
je 2.700 m³ = 21.600 m³ |
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Belebungsbecken 2. Stufe |
8 |
je 2.200 m³ = 19.800 m³ |
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Nachklärung |
5 |
je 6.500 m³ |
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Faulbehälter |
2 |
je 3.200 m³ |
|
Faulbehälter |
2 |
je 6.000 m³ |
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Gasbehälter |
1 |
4000 m³ |
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Faulgasgeneratoren |
3 |
1,5 MW gesamt |
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Notstromaggregat |
1 |
0,6 MW |
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Kammerfilterpressen |
2 |
je 10 m³ Inhalt |
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je 360 m² Fläche |
Auflagen, Daten und Reinigungsleistung
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Abwassermenge 2003 |
16.064.100 |
m³ |
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Angeschl. Einwohner + EW |
294.000 |
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Wasserrechtlich einzuhaltende Werte:
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Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
30 |
mg/l |
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Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
75 |
mg/l |
|
Phosphor gesamt |
1,0 |
mg/l |
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Stickstoff gesamt |
13 |
mg/l |
Ablaufwerte (Mittelwerte 2003):
|
Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
4 |
mg/l |
|
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
39 |
mg/l |
|
Phosphor gesamt |
0,5 |
mg/l |
|
Stickstoff gesamt |
9 |
mg/l (ab 01.07.2003) |
Abbauleistungen (2003):
|
Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
99 |
% |
|
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
96 |
% |
|
Phosphor gesamt |
95 |
% |
|
Stickstoff gesamt |
80 |
% |
Endausbau zur weitergehenden Abwasserreinigung gemäß Dringlichkeitsprogramm der Landesregierung
Zur Erfüllung der hohen Anforderungen an eine zeitgemäße Abwasserreinigung zum Schutz der Gewässer - im Falle des ZKW insbesondere der Trave und der Ostsee – soll im Jahr 2006 der Ausbau der Anlage abgeschlossen werden. Nach den Nachklärbecken und der neuen 2-stufigen Belebungsanlage soll im letzten Bauabschnitt eine wiederum 2-stufige Filtrationsanlage gebaut werden. Einer ersten Stufe, die den Restabbau der Stickstoffverbindungen sowie schwer abbaubarer Substanzen mit Hilfe eines Festbettes ermöglicht, schließt sich die eigentliche Filtration an. Hier werden in einem mehrere Meter mächtigen vom gereinigten Abwasser durchströmten Kiesbett feinste Schwebstoffe entfernt.
Zusätzliche neue Anlagentechnik:
| Anlagenteil |
Anz. |
Größe |
|
Festbettreaktoren |
9 |
je 160 m³ |
|
Kies-Feinfilter |
18 |
je 24 m² (150m³) |
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Mischwasserausgleich |
3 |
je 1.500 m³ |
|
Trübwasserausgleich |
1 |
1.500 m³ |
|
Regenwasserbehandlung |
2 |
je 4.500 m³ |
|
Regenwasserbehandlung |
2 |
1.500 m³ |
Die Gesamtmaßmahme wird Kosten in Höhe von etwa 70 Mio. € verursachen. Der schwierige Baugrund im Niederungsbereich der Trave erfordert die Tiefgründung aller Baukörper mit Stahlbetonpfählen.
Zukünftige Daten und Reinigungsleistungen
Wasserrechtlich einzuhaltende Werte (ab 2006):
|
Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
10 |
mg/l |
|
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
60 |
mg/l |
|
Phosphor gesamt |
0,5 |
mg/l |
|
Stickstoff gesamt |
10 |
mg/l |
|
Abfiltrierbare Stoffe |
5 |
mg/l |
Ablaufwerte (Mittelwerte geschätzt):
|
Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
3 |
mg/l |
|
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
30 |
mg/l |
|
Phosphor gesamt |
0,3 |
mg/l |
|
Stickstoff gesamt |
7 |
mg/l |
Abbauleistungen (geschätzt):
|
Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5) |
99 |
% |
|
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) |
97 |
% |
|
Phosphor gesamt |
97 |
% |
|
Stickstoff gesamt |
90 |
% |
Personal
Neben 33 Mitarbeitern, die in 3 Schichten den direkten Anlagenbetrieb aufrecht halten, sind für den Gesamtbetrieb der Kläranlage eine Leitungsebene, Maschinen- und Elektrowerkstätten sowie ein Abwasserlabor erforderlich. Somit sind rund 50 Mitarbeiter mit der Abwasserreinigung auf dem Zentralklärwerk beschäftigt.
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