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Unsere Leistungen  > Stadtentwässerung  > Abwasserbehandlungsanlagen  > Klärwerk Priwall

Das Klärwerk Priwall

Allgemeines

Klärwerk PriwallDie Kläranlage Priwall liegt im Stadtteil Travemünde auf dem Priwall. Hier werden die Abwässer aus Travemünde und Brodten gereinigt. Die Anlage nahm 1974 den Betrieb der vollbiologischen Reinigung auf. Bis zu diesem Zeitpunkt existierten lediglich zwei kleinere mechanische Kläranlagen für die Behandlung der Travemünder Abwässer. Die mit dem damaligen Neubau erzielten Ablaufqualitäten übertrafen zunächst die wasserrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen, bis diese Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre deutlich verschärft wurden. Neben den abbaubaren Kohlenstoffverbindungen im Abwasser, die unmittelbar für die Sauerstoffzehrung in den Gewässern verantwortlich sind, traten die Pflanzennährstoffe Phosphor und Stickstoff auf den Plan. Man hatte erkannt, dass diese Stoffe, die indirekt für erhöhte Gewässerbelastungen sorgen, indem sie das Algenwachstum so stark fördern können, dass ganze Gewässersysteme aus dem ökologischen Gleichgewicht geraten, aus dem Abwasser entfernt werden müssen. Durch Investition von 700.000,- DM konnte als erster Schritt 1990 auf der bestehenden Kläranlage Priwall eine chemische Phosphatfällung installiert werden. Die weitgehende Entfernung des Stickstoffs machte allerdings eine umfangreiche Erweiterung der Kläranlage unumgänglich. Nach 4-jähriger Bauzeit nahm die vollständig modernisierte Kläranlage Mitte 1995 ihren Betrieb auf. Neben biologischer Stickstoff- und Phosphatentfernung verfügt sie über eine zweistufige Filtration, so dass die Qualität des in die Trave eingeleiteten gereinigten Abwassers die hohen Anforderungen auch heute weit übertrifft. Insgesamt wurden 27 Mio. DM investiert.

2. Aufbau der Kläranlage

Das Abwasser durchläuft nach dem Einlaufpumpwerk zunächst die mechanischen Einrichtungen Rechen und Sandfang. Hier werden grobe Verunreinigungen und Sinkstoffe, vor allem Sand, entnommen. 
Rechengut und Sand werden nach einer Entwässerung als Abfall deponiert.
Es schließt sich ein Konzentrationsausgleichsbecken an, dessen Aufgabe darin besteht, die im Tagesverlauf auftretenden Konzentrationsspitzen bei den Schmutzstoffen abzupuffern. Im Gegensatz zu sehr vielen Kläranlagen besitzt das Klärwerk Priwall kein Vorklärbecken, durch das üblicherweise der sogenannte Primärschlamm oder auch Klärschlamm entnommen wird. Den nachfolgenden Belebungsbecken fließt also Abwasser zu, welches noch einen größeren Anteil Schwebstoffe enthält. Da aber das Travemünder Abwasser verglichen mit üblichem städtischen Abwasser insgesamt relativ „dünn„, also nicht so stark belastet ist, bietet sich der Verzicht auf eine mechanische Vorklärung an. Der biologische Abbau vollzieht sich auf dem Priwall genau genommen in 4 Schritten, von denen die ersten 3 kombiniert in Becken ablaufen: Zunächst finden im unbelüfteten (anoxischen) Becken Bakterienspezialisten, die zur Phosphatentnahme aus dem Abwasser besonders befähigt sind, optimale Bedingungen. Es schließt sich eine sogenannte vorgeschaltete Denitrifikation an, in der ebenfalls durch Bakterien die Nitrat-Verbindungen gespalten werden. Gebildet wurde dieses Nitrat in den Nitrifikationsbecken. Da diese hinter der Denitrifikation liegen, sorgt ein interner Kreislaufstrom des Abwasser-Bakterienschlammgemisches dafür , dass alle Bakterien mit den jeweils abzubauenden Stoffen versorgt werden. In den folgenden Nachklärbecken wird durch Sedimentation der Bakterienschlamm vom darüber abfließenden gereinigten Abwasser abgetrennt. Der größte Teil des abgesetzten Schlammes wird in die Belebungsbecken zurückgepumpt, um eine gleichmäßig hohe Bakteriendichte aufrecht zu erhalten. Ein Teil -dies ist der durch Bakterienzuwachs bedingte Überschussschlamm- muss dem System entnommen und zwecks Weiterbehandlung auf dem Wasserweg per Schute zum Zentralklärwerk transportiert werden. Um zum Einen den biologischen Restabbau von organischen Verbindungen und Ammonium sowie außerdem die Entfernung der restlichen Schwebstoffe zu erreichen, verfügt das Klärwerk Priwall über eine Kombination aus Festbett-Bioreaktor und Flockungsfilter. Solche Anlagen werden häufig auch als 2-Stufen-Filter bezeichnet.

3. Technische Daten und Reinigungsleistung

Anlagentechnik:

Anlagenteil Anz. Ausführung/Größe  

Rechen

2

Spaltbreiten 6

mm

Sandfang

2

belüftet, je 86

Konzentrationsausgleich

2

je 750

Anoxisches Belebungsbecken

1

750

Denitrifikationsbecken

2

je 750

Nitrifikationsbecken

3

je 1030

Nachklärbecken rund

2

je 1050

Mischwasserausgleichsbecken

1

2500

Festbettreaktor

1

383

Flockungsfiltration

1

76

       
Jahresabwassermenge 2003:   1.644.775

Wasserrechtlich einzuhaltende Werte:

Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5)

10

mg/l

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

60

mg/l

Stickstoff gesamt

10

mg/l

Phosphor gesamt

0,5

mg/l

Abfiltrierbare Stoffe

5

mg/l


Ablaufwerte (Mittelwerte 2003):

Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5)

1

mg/l

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

21

mg/l

Stickstoff gesamt

5

mg/l

Phosphor gesamt

0,2

mg/l

Abfiltrierbare Stoffe

1,3

mg/l


Abbauleistungen:

Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5)

99

%

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

96

%

Phosphor gesamt

97

%

Stickstoff gesamt

89

%


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